Einen großen Anteil an dem verbreiteten Einsatz von Neonazis als Sicherheitskräfte hat die weit verbreitete Praxis des Subunternehmertums in der Security-Branche. Große und bekannte Unternehmen wie die Götz-Gruppe und die JaPo Security- & Personaldienstleistungen GmbH sind mit einer großen Schwankungsbreite an Aufträgen konfrontiert, weshalb sie zu Großveranstaltungen auf kleinere, regionale Unternehmen zurückgreifen. Dies führt regelmäßig dazu, dass Veranstaltungen von aktiven Neonazis in der Dienstkleidung von Götz oder JaPo betreut werden, während die Veranstalter*innen im Glauben sind, mit der Buchung eines seriösen Unternehmens auf der sicheren Seite zu sein. Insbesondere im Kulturhauptstadtjahr war außerdem mehrmals zu beobachten, dass die hier benannten Unternehmen bei Großveranstaltungen mit weniger sichtbaren Schichten, etwa Nachtschichten, betraut wurden.
Hinzu kommt, dass den auftragnehmenden Unternehmen in aller Regel der Hintergrund der einzelnen Beschäftigten nicht bekannt sein dürfte. Selbst wenn bei Bekanntwerden von eingesetzten Neonazis reagiert wird und die Personen für zukünftige Einsätze nicht mehr im Auftrag von Götz oder JaPo arbeiten dürfen, ist dies natürlich keine Lösung für das oben beschriebene Problem. Stattdessen müsste es gängige Praxis sein, dass Unternehmen, die im Auftrag der beiden Branchenriesen Neonazis einsetzen, keinerlei Sub-Aufträge mehr bekommen. Die Konsequenz daraus kann nur sein, höheren Druck über die Nachfrage auszuüben und im Zweifel auch auf diese Unternehmen gänzlich zu verzichten.
Die Praxis des Subunternehmertums geht unterdessen teils so weit, dass von Neonazis geleitete Unternehmen mit Firmen, die sich antirassistisch positionieren, gemeinsame Aufträge für JaPo ausführen. Ein Beispiel ist das Konzert der Band “Blond” am 26.05., das von der Leipziger Firma “Movement Security und Eventservice GmbH” unter anderem gemeinsam mit dem rechten Unternehmen “PiuS” in JaPo-Westen durchgeführt wurde.
Wie verbreitet und unübersichtlich das Subunternehmertum ist, lässt sich gut am Beispiel von Argus-Mitarbeiter Olaf Kozma darstellen:





Beispiele für die Einsätze von rechter Subunternehmen gibt es unzählige. Im Folgenden nur eine kleine Auswahl:







Einlass des CFC-Stadions

Dass Veröffentlichungen ohne erweiterten Druck nur bedingt helfen, zeigt das Beispiel Florian Brusch. Der Neonazi, der 2025 u.a. gegen CSD-Veranstaltungen aufmarschierte, stand lange Zeit vor der Tür des REWE am Getreidemarkt. Nach einer Veröffentlichung, die seine Rolle für das Zustandekommen von Ansammlungen der Kameradschaft “Chemnitz Revolte” vor dem Markt beleuchtete, ist er dort nicht mehr im Einsatz. Stattdessen steht er für die Firma Götz am Chemnitz Tietz Kulturkaufhaus.

